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Golden Eye (08. & 09.06.25)

Zusammen mit Celina ging es dieses Mal nach Golden Eye, auf einem Berg kurz hinter Kpalimé. Dort kann man in einem Zimmer oder einem Zelte übernachten. Bekannt ist Golden Eye vor allem für seine unvergleichlichen Sonnenaufgänge. Vor Ort trifft man neben anderen Yovos die togoische „High Society“, da eine Übernachtung, das Essen und die Aktivitäten für togoische Verhältnisse ziemlich teuer sind.

Der Sonnenaufgang am nächsten Morgen
Der Sonnenaufgang am nächsten Morgen
Das Haus im Licht der aufgehenden Morgensonne
Das Haus im Licht der aufgehenden Morgensonne

Nach zwei Sammeltaxi-Fahrten, bei denen wir jeweils ca. 1h warten mussten, bis das Auto voll war und wir losfahren konnten, haben wir das letzte Stück mit einem moto zurückgelegt. Das war ganz schön aufregend, da wir zu dritt (inkl. Gepäck) auf dem moto saßen und die Serpentinen-Straße (ein Schotterweg) ganz schön steil war.

Schild am Eingang (ganz unten: Éwé - die in Lomé vorrangig gesprochene Nationalsprache)
Schild am Eingang (ganz unten: Éwé - die in Lomé vorrangig gesprochene Nationalsprache)

Bereits auf dem Weg den Berg hoch war die Aussicht beeindruckend. Doch als wir oben ankamen, sind wir aus dem Staunen gar nicht mehr herausgekommen. Nachdem wir unsere Sachen abgestellt hatten, haben wir erst mal zu Mittag gegessen. In der Zeit des Wartens auf die Weiterfahrt (bei der Anreise) hatten wir uns je eine Portion véyi gekauft, die wir mit Blick auf das atemberaubende Bergpanorama gegessen haben.


Anschließend haben wir uns einer Gruppe angeschlossen, die sich auf den Weg zum „épreuve tirolienne“ (eine Seilrutsche) gemacht hat.

Als sich die Gruppe danach direkt wieder auf den Rückweg gemacht hat (bereits nach 15min), haben Celina und ich beschlossen, noch ein wenig spazieren zu gehen. Nach einem kleinen Spaziergang durch den Wald, bei dem uns der Guide begleitet hat, haben wir noch „den Deutschen“ kennengelernt. Dabei handelt es sich um Philip, einem Deutschen mittleren Alters, der während der Corona-Zeit nach Togo ausgewandert ist und hier ein Pilot-Projekt aufgebaut hat. Dabei geht es darum, auf nachhaltige Weise eine Permakultur-Farm aufzubauen und sich mit einem sog. Food-Forest selbst versorgen zu können. Außerdem hat er einen alten Staudamm ausgebessert und wieder in Betrieb genommen, um die Wasserversorgung in der näheren Umgebung zu gewährleisten.


Abends haben wir die letzten Sonnenstrahlen auf der Terrasse genoßen, bevor wir uns auf den Weg zur Dusche gemacht haben. Diese ist eine Outdoor-Dusche, etwa 100m vom Haupthaus entfernt. Und das beste war: Wir haben sogar warmes Wasser bekommen! Einfach himmlisch, zur Abwechslung mal wieder warm zu duschen! Besonders heute, da es hier oben auf dem Berg deutlich kälter als in Lomé ist.

Im Anschluss haben wir uns Essen bestellt, wobei sich herausgestellt hat, dass wir das besser schon VOR dem Duschen gemacht hätten. So mussten wir nun recht lange warten. Während wir hungrig da saßen, konnten wir den aufkommenden Nebel bewundern. Außerdem haben wir uns mit der Gruppe Libanesen unterhalten, welche wir beim Mittagessen kennengelernt hatten. Sie sind vor rund 10 Jahren nach Togo ausgewandert und leben seitdem in Lomé bzw. Kara, den zwei wichtigsten Städten Togos. Offenbar gibt es in Togo eine recht große libanesische Community.

Mit voranschreitender Uhrzeit hat die Temperatur immer weiter abgenommen und so habe ich im Laufe des Abends so viel angezogen, wie ich schon lange nicht mehr an hatte. Zu guter Letzt war ich sogar über meine Mütze ziemlich glücklich. In unserem Zelt war es aber schön warm und dank der kleinen Matratze auch sehr bequem. Außerdem gab es einen ziemlich dicken Schlafsack (mit dem man wahrscheinlich auch in der A(nta)rktis zurecht gekommen wäre), den wir aber gar nicht gebraucht haben.


Am nächsten Morgen sind wir gegen 5.15 Uhr aufgestanden und von einem absolut fantastischen Sonnenaufgang empfangen worden, sobald wir unser Zelt aufgemacht haben.

Später haben wir dann unsere restlichen Orangen gefrühstückt. Kleiner Funfact: Orangen sind in hiesigen Breitengraden grün, da sich aufgrund der konstant tropisch-warmen Temperaturen die entsprechenden Pigmente (welche die Orangen in gewohnter Farbe (= orange) erstrahlen lassen) nicht ausbilden.


Nach der gestrigen „Adventure“-Tour haben wir uns heute für die „Pieds dans l‘eau“ (Füße im Wasser) -Wanderung entschieden. Mit einem Guide ging es zu einem kleinen Bach, durch den wir die nächste 3/4h gelaufen sind. Das Wasser war angenehm kühl, allerdings musste man aufpassen, dass die Flip-Flops durch den Unterdruck, der beim Auftreten an manchen Stellen entstanden ist, nicht verloren gingen.

Ein kleiner Fotostopp
Ein kleiner Fotostopp

Gegen Ende der Wanderung sind wir über eine kleine Bananenplantage gegangen, bei der vor Kurzem ein paar Pflanzen gefällt wurden. Auf dem Boden lagen noch Bananenstauden mit sehr reifen Bananen. Bei den meisten war die Schale bereits aufgeplatzt, aber wir haben auch einige gefunden, die noch in Ordnung waren. So haben wir nicht nur eine kleine Stärkung gehabt, sondern konnten auch noch eine Tüte voll mitnehmen.

oben: unsere Bananen-Ausbeute zum Mitnehmen, unten: kleine Stärkung in Form einer Bananen-Verköstigung
oben: unsere Bananen-Ausbeute zum Mitnehmen, unten: kleine Stärkung in Form einer Bananen-Verköstigung

Wieder zurück an der Unterkunft haben wir unsere Sachen zusammengepackt und ausgecheckt. Beim Rückweg hatten wir den Komfort, mit einem Teil der Libanesen bis nach Kpalimé fahren zu können. So mussten wir den steilen Weg dieses Mal nicht auf dem moto runterfahren und auch kein neues Taxi suchen. Die Strecke nach Kpalimé haben wir in Rekordzeit zurückgelegt, was der hohen Geschwindigkeit und sagen wir mal „voranschreitenden“ Fahrweise des Fahrers geschuldet war (= jedes Auto, dass nicht wie wir mit 120 Sachen - was hier in Togo wirklich ziemlich schnell ist - unterwegs ist, mit teils waghalsigen Überholmanövern umfahren oder „aus dem Weg hupen“).

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