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Von Privilegien, Stereotypen und kolonialen Kontinuitäten

Hallo du!

Dieser Beitrag ist ein wenig anders als die bisherigen. Dieses Mal möchte ich meine Gedanken zu Themen wie Privilegien, Stereotypen und kolonialen Kontinuitäten mit Dir teilen.

Warum? Weil sie ebenso Teil meines Freiwilligenjahres waren wie neue Bekanntschaften, aufregende Reisen und leckeres Essen. Und dennoch sind sie viel weniger präsent, als sie sein sollten...



Privilegien

Ich habe versucht das Wort PRIVILEG etwas greifbarer zu machen, indem ich es je nach Situation durch ein anderes unterstrichenes Wort/Gefühl ersetzt habe, das ich damit assoziiere.

Wenn ich mich zurückversetze in die Wochen vor dem Abflug, dann war da vor allem ein aufgeregtes Kribbeln, gepaart mit jeder Menge Vorfreude und langsam aber sicher immer mehr Nervosität. Und Dankbarkeit.

Dankbarkeit gegenüber meiner Familie, Freunden und Bekannten sowie teilweise auch fremden Menschen, die mich bei der Vorbereitung unterstützt haben. Sei es in Form von Interesse an dem, was ich da eigentlich das nächste Jahr mache oder indem sie Geld für meinen Unterstützerkreis oder das Einrad-Projekt gespendet haben. Oder weil sie mir geholfen haben, nicht völlig die Krise zu bekommen bei der Frage, was ich denn jetzt eigentlich in meine Koffer packen soll (und was nicht).

Dankbarkeit dafür, dass ich dieses Abenteuer erleben darf.


Wenn ich jetzt, ein Jahr später und um zahlreiche Erfahrungen reicher, darüber nachdenke, ist dieses Gefühl des Glücks nach wie vor sehr präsent. Es wird aber von der Erkenntnis getrübt, wie viele Menschen diese Chance niemals haben werden.

Ich bin sehr froh, mich für dieses Auslandsjahr entschieden zu haben und schätze die Möglichkeit, für ein Jahr in einem anderen Land zu leben, zu arbeiten und neue Erfahrungen machen zu können, sehr. Erst im Laufe des Jahres ist mir klar geworden, was für ein Geschenk das eigentlich ist. In Togo habe ich mit vielen Menschen gesprochen, die davon träumen, nach Europa oder Amerika zu gehen. Doch für die meisten von ihnen wird das wohl immer ein Traum bleiben. Sie haben nicht die finanziellen Mittel für eine solche Reise oder ihr Vorhaben scheitert am Visum.

Vor allem gegen Ende meines Aufenthalts hatte ich das Gefühl, dass dadurch ein gewisses Ungleichgewicht in Freundschaften entsteht: Sollte mich in Deutschland plötzlich das Fernweh packen, könnte ich theoretisch ein Visum beantragen, ein Flugticket kaufen und mich kurze Zeit später in den Flieger setzen. Der anderen Seite bleibt hingegen oft nur das Kontakthalten per Messenger und die Hoffnung, sich eines Tages wiederzusehen.



"Weißsein" in Togo

Als Yovo (Bezeichnung für „Weiße“ auf Éwé) hatte ich in Togo stets einen Sonderstatus. Oft habe ich das als Vorteil erlebt, da ich als Europäerin Ansehen und Respekt genossen habe. So wurden mir z.B. die besseren Plätze im Taxi angeboten. Oder ich hatte das Gefühl, als deutsche Frau anders als eine Togoerin (in meinem Alter) behandelt zu werden, wodurch ich mich in manchen Situationen sicherer gefühlt habe.

Manchmal hat mir das "Anderssein" aber auch echt zu schaffen gemacht - vor allem wenn ich das Gefühl hatte, dadurch nie ganz dazugehören zu können  (ausführlicher: 100 Tage Togo - Teil 1: Mein Alltag).


Aufgrund meiner Hautfarbe bin ich im Grunde immer aus der Menge herausgestochen. Auf diese Weise habe ich zum ersten Mal erlebt, aufgrund meines Aussehens permanent Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen. Und das war ganz schön anstrengend. An dieser Stelle möchte ich jedoch betonen, dass mir die meisten Menschen sehr (gast-)freundlich begegnet sind. Daher lässt sich diese Erfahrung nicht mit dem vergleichen, was bspw. PoC (People of Colour) im Hinblick auf Rassismus oder Diskriminierung immer wieder erleben. Nichtsdestotrotz war dieser kleine Perspektivwechsel eine sehr bereichernde Erfahrung.

Darüber hinaus gab es Situationen, in denen fremde Menschen (meistens Männer) sich unbedingt mit mir unterhalten oder meine Handynummer haben wollten. Manchmal sind daraus echt spannende Gespräche entstanden, in denen wir uns z.B. über kulturelle Unterschiede o.ä. ausgetauscht haben. In einigen Fällen fand ich es allerdings sehr unangenehm und teilweise ein wenig beängstigend, insbesondere wenn es sich bei den Personen um Polizisten bzw. Soldaten gehandelt hat. Solch eine Situation habe ich u.a. mehrmals beim Geldabheben am Bankautomaten erlebt: einer der Security-Männer (die dort immer mit einem Gewehr umgehängt postiert sind) winkte mich zu sich oder kam zu mir, um sich mit mir zu unterhalten.

Auch beim Einkaufen und Verhandeln von Taxi-Preisen habe ich meine Sonderstellung zu spüren bekommen: Da „Weiß“ von vielen mit „reich“ assoziiert wird, wurde mir in den meisten Fällen der „Touri-Preis“ genannt. In den Augen der Verkäufer und Taxifahrer hatte ich schließlich „genug Geld“, sodass es selbstbewusster Verhandlung bedurft hat, um ähnliche Preise wie die einheimische Bevölkerung zu zahlen. Das war während des Jahres immer mein Ziel, da ich mich nicht als Touristin gesehen habe. Für meine Arbeit vor Ort habe ich kein Geld bekommen - und mit einem Nebenjob Geld zu verdienen, war sogar verboten und hätte zum Ausschluss aus dem Programm geführt. Darüber hinaus hat sich die finanzielle Unterstützung, die ich von meiner Entsendeorganisation erhalten habe (z.B. Verpflegungspauschale, Transportkostenpauschale), an den "lokalen Standards" orientiert. Und Taschengeld gab's für unseren Jahrgang leider auch nicht (die Freiwilligen vor uns haben welches bekommen und unsere Nachfreiwilligen erhalten auch wieder Taschengeld... 🥲).



Während dem Jahr habe ich festgestellt, dass mir meine privilegierte Stellung bis dato noch nie so richtig aufgefallen ist. Erst als ich mit dem Gegenteil konfrontiert wurde (bspw. indem ein Taxifahrer einen höheren Preis verlangt) und ich mich zwangsläufig damit auseinandersetzen musste, ist sie mir bewusst geworden.

Nach dieser Erkenntnis habe ich versucht, einen für mich stimmigen Umgang mit diesem sensiblen Thema zu finden. Ich denke es ist wichtig, Privilegien sowie globale Machtstrukturen, die diesen zugrunde liegen, kritisch zu hinterfragen und zu überdenken. Dazu gehörte für mich auch, erst einmal anzuerkennen, dass ich von meinen Privilegien profitiere und zu akzeptieren, dass ich manche Strukturen nicht verändern kann. Schließlich ist niemandem geholfen, wenn ich mich aufgrund meiner Privilegien ständig "schlecht fühle". Lieber versuche ich die Ressourcen zu nutzen, die mir als Freiwillige zur Verfügung stehen, um über Themen wie diese zu sprechen, zum Nachdenken anzuregen und zum interkulturellen Austausch beizutragen.





Stereotypen

In diesem Kontext kann man auch ruhig einmal über das Thema Stereotypen sprechen. Ich persönlich glaube, dass es in gewisser Weise normal ist, Vorurteile zu haben und ehrlich gesagt hatte auch ich gewisse "Bilder" im Kopf, als ich nach Togo geflogen bin. Manche von ihnen haben sich "bewahrheitet", während ich bei anderen feststellen musste, wie wenig ich tatsächlich über diesen riesigen und vielfältigen Kontinent namens Afrika weiß. Ein Freiwilligendienst wird also nicht umsonst auch als Lerndienst bezeichnet.


Das hier ist eine kleine Auswahl konkreter Beispiele. Ich habe lange überlegt, ob ich das so offen schreiben soll (weil mir meine naive Unwissenheit im Nachhinein teilweise ein bisschen unangenehm ist). Letzten Endes bin ich aber zu dem Entschluss gekommen, dass gerade diese Offenheit womöglich als Impuls oder Ermutigung dienen kann, sich ebenfalls mit dieser Thematik auseinanderzusetzten.

  • Die meisten von uns assoziieren vermutlich mit an erster Stelle Armut mit den afrikanischen Ländern. Es ist korrekt, dass viele Menschen in sehr einfachen Verhältnissen leben und nur wenig Geld zur Verfügung haben. Gleichzeitig gibt es aber auch die "Reichen", die sich Villen leisten und ihren Kindern ein Studium in Europa oder Amerika ermöglichen können.

  • Ich dachte, dass es immer EINE Trocken- und EINE Regenzeit gibt (das habe ich irgendwann mal in der Schule gehört). Für den Norden Togos stimmt das zwar, im Süden hatten wir aber ZWEI Trocken- und ZWEI Regenzeiten (die "kleine" im September/Oktober und die "große" von April bis Juni).

  • Erst vor Kurzem habe ich gelernt, dass es nicht IMMER und ÜBERALL warm ist (so wie in Togo). Auch auf dem afrikanischen Kontinent findet man Länder wie Südafrika, in denen es unterschiedliche "Jahreszeiten" gibt (ähnlich wie in Deutschland, aber genau anders herum, da Deutschland auf der Nord- und Südafrika auf der Südhalbkugel liegt) - was ja eigentlich auch ziemlich logisch ist.



Im Austausch mit der togoischen Bevölkerung ist mir bewusst geworden, dass auch das vorherrschende Bild von Deutschland, Europa oder dem "Westen" nicht unbedingt realistisch ist (z.B. dass bei uns" „alles besser“ sei). Als ich erzählt habe, dass man in Deutschland zwar mehr verdient (im direkten F-CFA/Euro-Vergleich), aber auch viel höhere Lebenshaltungskosten hat oder dass es auch dort Arbeitslosigkeit und Armut gibt, hat das immer wieder zu Erstaunen geführt.



Sich die Existenz der eigenen Vorurteile bewusst zu werden und sich diese einzugestehen - das ist nicht einfach und das ist okay. Aber es ist auch ein großer Schritt hin zu einem verständnisvollen Miteinander und konstruktivem Diskurs zu diesem Thema. Ich wünsche mir, dass wir alle noch besser darin werden, einander erst mal zuzuhören, bevor wir uns eine Meinung bilden und ohne uns angegriffen zu fühlen.🩵

 




Koloniale Kontinuitäten

Koloniale Kontinuitäten sind "Strukturen, Denk- und Handlungsmuster[], die in der Kolonialzeit entstanden sind und auch heute noch Auswirkungen auf unsere Wahrnehmung und unser Handeln haben" (Quelle: https://www.bmz.de/de/service/lexikon/koloniale-kontinuitaeten-261632)


Zu Beginn eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten historischen Fakten (die ausführlichere Version gibt es hier): Von 1884 bis 1919 stand das sog. Togoland unter "Schutzherrschaft" des deutschen Kaiserreichs. Nach dem ersten Weltkrieg verwaltete Frankreich den östlichen Teil (ca. 2/3) als Völkerbundmandat und später UN-Treuhandgebiet, Großbritannien den westlichen (1/3). Im April 1960 wurde Togo (Französisch-Togoland) unabhängig.



Sichtbare Spuren der Kolonialzeit

Sowohl die deutsche als auch die französische Kolonialherrschaft haben Spuren hinterlassen, die bis heute sichtbar sind.

Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts fingen die Deutschen mit der Missionierung an. Im Rahmen der „Christianisierung“ haben sie z.B. Schulen und Kirchen gebaut und die Bevölkerung in Lesen und Schreiben unterrichtet. Später hat das Deutsche Reich außerdem in das Gesundheitssystem und die Infrastruktur investiert. Letzteres beinhaltete bspw. drei Eisenbahnlinien, die Lomé mit Aného, Kpalimé und Atakpamé verband. Bei einer Fahrt durch Lomé überquert man ab und zu Teile der heute größtenteils stillgelegten Schienen (sehr eingeschränkte Nutzung für den Gütertransport).


Lomé, Togoville und Sokodé sind Orte, an denen Kirchen oder andere Gebäude aus der Kolonialzeit erhalten sind. Einige werden nach wie vor genutzt, so wie die Cathédrale du Sacré-Cœur de Lomé und die Cathédrale Notre-Dame du Lac Togo (in Togoville). Ein ähnliches Beispiel ist der Palais de Lomé, ein ehemaliger Gouverneurspalast, der vor ca. 10 Jahren renoviert wurde und mittlerweile als Kunstmuseum und Kulturstätte besucht werden kann.

links: Cathédrale du Sacré-Cœur de Lomé, rechts: Cathédrale Notre-Dame du Lac Togo
links: Cathédrale du Sacré-Cœur de Lomé, rechts: Cathédrale Notre-Dame du Lac Togo
Palais de Lomé
Palais de Lomé

Weitere Überbleibsel der Kolonialherrschaft zeigen sich im Bildungssystem: Das französische Schulsystem ist Grundlage für Schule und Universität und die Jugendlichen können in der Oberstufe Deutsch als Fremdsprache wählen. So habe ich in meiner Einsatzstelle mit einigen Mädchen fleißig Deutsch geübt und während Taxifahrten hatte ich die ein oder andere zufällige Begegnung mit Togolesen, die mir stolz ihre Deutschkenntnisse demonstriert haben.



Neokolonialismus: Fortbestehende Abhängigkeiten

Auch die wirtschaftliche Abhängigkeit Togos sowie der Einfluss der ehemaligen Kolonialmächte können als Folge der Kolonialzeit angesehen werden.

Besonders mit Blick auf die Währung wird die fortbestehende Abhängigkeit greifbar: Der CFA-Franc wurde 1945 (also noch während der Kolonialzeit) von Frankreich mit der Bedeutung Franc des Colonies Françaises d’Afrique (= Franc der französischen Kolonien in Afrika) eingeführt. Er war an den französischen Franc gekoppelt, sodass Frankreich die Währung in den Kolonien unter Kontrolle hatte. Nach der Unabhängigkeit Togos (und der anderer französischer Kolonien) änderte sich seine Bedeutung in Franc de la Communauté Financière Africaine (= Franc der afrikanischen Finanzgemeinschaft). Seit der Einführung des Euros ist der CFA-Franc an diesen gebunden, wodurch er einen festen Wechselkurs von 1 : 656 hat. Der CFA-Franc wird von der Westafrikanischen Zentralbank (BCEAO) neben Togo noch an sieben andere westafrikanische Länder (Benin, Burkina Faso, Elfenbeinküste, Guinea-Bissau, Mali, Niger, Senegal) ausgegeben, von denen alle bis auf Guinea-Bissau ehemalige französische Kolonien sind.


Der feste Wechselkurs stabilisiert zwar die Währung, er verhindert allerdings auch die unabhängige Entwicklung der Wirtschaft in diesen Ländern. Infolge dessen können sie keine eigenständige Finanzpolitik aufbauen und ihre Wettbewerbsfähigkeit ist gehemmt.

Die Euroländer und insbesondere Frankreich profitieren hingegen von ihrer Rolle. Da Teile der Währungsreserven von Frankreich verwaltet werden, verfügt es nach wie vor über einen bedeutenden Einfluss auf die Wirtschaftspolitik und Macht über die betreffenden Länder. Auch politisch hat Frankreich über diplomatische Beziehungen noch immer Einfluss in Togo. Der "Grundstein" wurde mit der unter Charles de Gaulle entstandene Françafrique-Politik gelegt, die den Erhalt der französischen Einflussgebiete (z.B. Tunesien, Algerien, Marokko, Senegal, Mali, Benin etc.), zum Ziel hatte - auch nach der Entkolonialisierung.



Zwischen Bewunderung und Verdrängung

Während meiner Zeit in Togo hat mich besonders nachdenklich gestimmt, wie die Mehrzahl der Menschen über die Kolonialisierung und die ehemalige Kolonialmacht Deutschland denkt. Erstens wird der Kolonialismus glorifiziert: Die Kinder lernen in der Schule hauptsächlich die positiven Aspekte und auch bei Gesprächen mit älteren Menschen hörte ich immer wieder Aussagen wie „Die Deutschen haben uns Schulen, Krankenhäuser, Straßen und ein Eisenbahnnetz gebaut.“ All die schrecklichen Kolonialverbrechen (u.a. Zwangsarbeit, Unterdrückung und Gewalt), die sowohl von den Deutschen als auch den Franzosen begangen wurden, werden dabei unter den Tisch gekehrt bzw. klein geredet.

Auf der Arbeit haben mich die Mädchen immer wieder für meine Haare und meine Haut bewundert. Dass man von dem Unbekannten fasziniert ist, ist denke ich normal und Neugier ist ein wichtiger Grundstein, um Neues zu lernen. Wenn sie ihre Frage, ob wir "tauschen" könnten, damit begründet haben, dass „weiß“ besser oder überlegen ist, hat mich das sehr betroffen gemacht. Ich habe versucht, den Kindern mit Humor zu zeigen, dass bspw. in Togo eine helle Haut total unpraktisch ist, weil ich mich deshalb sehr vor der Sonne schützen muss.


Ein anderes Phänomen ist die Abneigung gegenüber Frankreich bzw. Franzosen. Das hat sich in Situationen wie diesen gezeigt: Wurde ich nach meiner Nationalität gefragt und habe „deutsch“ geantwortet, war eine häufige Reaktion „Du bist deutsch? Das ist gut!“ denn „Die Franzosen mögen wir nicht!“ oder „Die Franzosen sind alle böse!“

Eine Erklärung dieser Ablehnung ist vielleicht in der Geschichte Togos begründet. Anders als die Deutschen, die versucht haben, in den Lokalsprachen mit den Menschen zu kommunizieren, haben die Franzosen der Bevölkerung ihre Sprache ( Französisch ist Amtssprache - praktisch seit der Übernahme 1919, offiziell seit der Unabhängigkeit Togos 1960) und ihre Kultur aufgezwungen. Diese Französisierung und der fortbestehende Einfluss Frankreichs auf Wirtschaft und Politik (s. oben) sind mit einer der Gründe, warum Deutsche um einiges beliebter sind.






Durch den Freiwilligendienst habe ich nicht nur neue Orte kennengelernt, Freundschaften geschlossen und Erfahrungen gesammelt - ich wurde auch mit unbequemen Themen wie globaler Ungleichheit, meinen Privilegien sowie meinen eigenen Stereotypen konfrontiert. Darüber hinaus bin ich mit den Spuren der kolonialen Vergangenheit in Berührung gekommen, die bis heute globale Strukturen und unsere Wahrnehmung prägen.

Viele dieser Aspekte waren mir theoretisch bekannt - so richtig begreifen konnte ich sie aber erst, als ich sie im Alltag miterlebt habe.


Ich habe gelernt, dass Privilegien eine gewisse Verantwortung mit sich bringen. Verantwortung dafür, hinzusehen, zuzuhören und die eigenen Handlungsmöglichkeiten verantwortungsbewusst zu nutzen. Um Vorurteile abzubauen, spielen Begegnung und (interkultureller) Austausch eine zentrale Rolle. Genauso wichtig ist es jedoch, offen für Neues zu sein und bereit, die eigene Perspektive in Frage zu stellen.


Aus dem Jahr nehme ich nicht nur viele schöne Erinnerungen mit, sondern auch die Aufgabe, diese Erfahrungen weiterzutragen. Denn globale Ungleichheiten verschwinden nicht, wenn man wegschaut - aber vielleicht beginnt Veränderung genau dort, wo wir anfangen genauer hinzusehen...



Vielen Dank fürs Lesen! 💜

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